Bauch 2020

Trotz Corona geht es aufwärts

Endlich konnten wir mal wieder eine notariell beglaubigte und ordentliche Messung durchführen. Leider muss ich gestehen, dass die Messwerte von 2018 (Herrenkrug) verloren gegangen sind, so dass wir eine Lücke von 2 Jahren verzeichnen müssen.
Umso mehr fällt der deutliche Aufwärtstrend auf, der jedoch zu großen Teilen auf das Fehlen der Werte von Messer und Letti zurückzuführen ist.

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Tietzowsee ohne Sonnenkönig

Ich denke, wir sind verwöhnt worden. Verwöhnt vom Wetter, von der schönen Umgebung und nicht zuletzt durch unsere Anwesenheit. All das kann die Gegenwart des Sonnenkönigs und damit auch von Messer nicht ersetzen. Folgerichtig gab es bei Strukturierung und Durchführung des Kultur-Samstags erhebliche Defizite. Aber dazu später mehr. 

Unbesehen davon erwies sich die Ferieninsel Tietzowsee als ein nahezu idealer und wunderbarer Bereich, in dem man sich für 2 Tage sehr wohl fühlen kann. Leider waren die uns zugewiesenen Bungalows etwas verstreut. Das aber war mit ein wenig Fußarbeit durchaus zu kompensieren.

Unnötig zu erwähnen, dass auf die echten Thüringer (hier: Ellen, Uwe und die Würste) wieder Verlass war. Ja mehr noch. Es war einigen Protagonisten anzumerken, dass sie wochenlang auf den Moment der ersten Ausgabe hin gehungert hatten. 

Einzig die Brötchen schienen etwas kleiner, als in den Vorjahren, was uns allen in diesen Tagen aber durchaus gut zu Gesicht stehen könnte.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die wunderbar eingelegten Steaks vom Schlachter des Vertrauens der Rosies.

Brechwurz

Beinahe hätte ich einen schweren Frevel begangen. In Panik ob der Tatsache, dass der Waldprophet in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen würde, war ich drauf und dran, per Internet eine entsprechende Flasche am Sonnenkönig vorbei zu bestellen…damit hätte ich sorglos einen Mythos zerstört. 

Zum Glück habe ich mich noch eines Besseren besonnen und nur einen äußerlich ähnlich erscheinenden Bärwurz erstanden. 

Der jedoch hatte nun keine andere Funktion, als das Fehlen des Blutwurz zu akzentuieren und als blasse Karikatur des selben die Sehnsucht nach dem Original zu verstärken.  Nur bedingt zur Desinfektion geeignet, musste die halbe Flasche wieder die Heimreise antreten. Glücklicherweise hatte es hinreichend andere Optionen.

Das Hebelgesetz in der praktischen Anwendung

Wir befanden uns ganz in der Tradition des großen Otto von Guericke, als wir spontan ein sehr interessantes Freiluft-Experiment durchführten. Eine klassische, sehr große Balkenwaage diente als Versuchsaufbau. Sehr schön war hier zu beobachten, dass die Gewichtskraft von Alfred bei gleicher Erdanziehung im Vergleich zur Gewichtskraft von Ralle scheinbar überwiegt.
Ein Umstand, der auf den ersten Blick uns allen als sehr paradox erscheint. Allein die unterschiedliche Länge der Hebel sorgte für diesen faszinierenden Effekt. (@Ralle: Wer schreibt, der bleibt.) Zufällig vorbei kommende Passanten blieben erstaunt stehen. Die wunderbare Welt der Schwerkraft!

Planlos in den Samstag

Die erweiterte Umgebung von Rheinsberg kann unsererseits als erschlossen bezeichnet werden. Deshalb, und auch aufgrund der fehlenden Koordination durch den Sonnenkönig entschieden wir uns für eine Minimallösung. Es wurde ein gemütlicher Spaziergang in der näheren Umgebung anberaumt und mit viel Motivation und Tatkraft in Angriff genommen. Wer jetzt meint, das wäre nicht herausfordernd: Copper (ein Rüden-Welpe) und Steffi mussten bereits nach wenigen Metern aufgeben. 

Wir kamen an ein eingezäuntes Gelände, vor dessen Betreten wir eindringlich gewarnt wurden. Ein Wandlitz-Reservat? Ein geheimer Rückzugsort für Ex-Genossen? Baustil, Bepflanzung und Zaunhöhe ließen Raum für Spekulationen. Nun wollten wir mehr erfahren…

Tatsächlich erwiesen sich die dort ansässigen Natives als krankhaft gastfreundlich und weckten bei mir persönlich die Assoziation eines düsteren Märchens, in dem unschuldige Opfer mit Schmeicheleien auf die Grundstücke gelockt werden, um verspeist zu werden. Diesem Schicksal sind wir glücklich entgangen.

Bei einer ausgiebigen Rast am angrenzenden Jagowkanal lernten wir, dass in den kleinsten Booten die freundlichsten Bootsfahrer fahren. 

Gastronomie-Check

Durchaus beachtenswert, was die Campingplatzeigene Gastronomie „Zum Achter“ zu bieten hatte. Man bewies ein hohes Maß an Flexibilität, als wir aufgrund eines Rechenfehlers eine andere Tischgeometrie benötigten. Die Speisen waren von solider Qualität und wurden warm und in angemessener Zeit serviert. Dass Matzingers Aversion gegen Tomaten beim Personal nicht bekannt war, muss nachsichtig bewertet werden. 

Schnell kam am Tisch Geselligkeit und sogar Gemütlichkeit auf. 

Sehr beeindruckt hat mich die Variabilität in der Auslegung der Eis-Karte. Als Ellen statt dem Schwedenbecher den etwas geistreicheren Norwegerbecher bestellen wollte (der  interessanterweise gar nicht auf der Karte war), wurde das  ohne Murren entgegengenommen und prompt serviert. Wir haben uns abschließend auf eine gute 2+ geeinigt. 

Entweder sind wir genügsamer geworden oder der Service im Osten wird besser.

Im dreißigsten Jahr in das Elbzollhaus Dessau

Ähnliches Foto

Hallo liebe Gemeinde. Dank des unermüdlichen Einsatzes der kommissarischen Reiseleitung ist es nunmehr gelungen, für dieses Jahr eine angemessene Unterkunft für unser Treffen zu finden. Der Dank gebührt vor allen Dingen Andrea, die hier nicht locker gelassen hat.

Wir können vom 11. bis zujm 13.Mai das Elbzollhaus in Dessau mieten. Das Haus bietet ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten und eine Vielzahl von Annnehmlichkeitem, wie zum Beispiel einen Grillplatz und ein Volleyballfeld. Der Standort selbst erlaubt uns durchaus einen Abstecher nach Magdeburg. Von dort aus wäre es eine knappe Stunde Anfahrt. Soweit wir es beurteilen können, sind wir dort ungestört und müssen auf niemanden Rücksicht nehmen.

Die noch unverbindlichen Preise sind: Doppelzimmer für jeweils 89,- EUR pro Nacht und wahlweise eine Aufbettung für 15,-. Frühstück könnten wir selbst organisieren oder optional buchen. Für einen kleinen Obulus können wir auch (bei schlechtem Wetter) einen Gemeinschaftsraum benutzen.

Ein schriftliches Angebot ist unterwegs. Wir brauchen kurzfristig eure Zusagen einschl. der Information, wer von euren Kindern mit anreist.

 

 

 

Bauch 2017 – Die Flucht des Sonnenkönigs

Mit dem Band war alles in Ordnung. Leider konnten die Messungen beim SK und bei Messer nicht ordnungsgemäß vorgenommen werden, da die beiden sich durch Flucht aus dem Camp der Messung entzogen. Die Satzungen sehen für diesen Fall vor, dass die Messwerte aus dem Vorjahr angenommen werden müssen. Ob dies zum Nachteil oder zum Vorteil der Probanden gereicht, weiß man nicht. Die Abwesenheit von Matzinger wirkte sich auf den Gruppenschnitt positiv aus. Ralle füllte die Lücke. Continue reading

Manche Dinge ändern sich nie…

…merkte einer unserer Teilnehmer zu Recht an. Das Gemeine an dieser Redensart ist, dass es im Umkehrschluss die Implikation enthält, dass sich manche Dinge eben doch ändern. Und das war an diesem Wochenende durchaus spürbar. Mehr dazu später.
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Um es vorweg zu nehmen. Das Wurst- und Fleischangebot und der „treue Begleiter“ waren von der gewohnt höchsten Qualität. Nicht einmal die Grillkohle von zweifelhafter Herkunft konnte dem Grillgut spürbar schaden.

Die Teilnehmerzahl ist vorübergehend rückläufig, wofür es sicher sachliche Gründe gibt. Das Wegbleiben von einigen Stamm-Teilnehmer(-innen) wurde einerseits respektiert, aber durchaus auch kritisch gesehen. Immerhin, die Gesamt-Wasserverdrängung der Gruppe konnte knapp über dem zulässigen Grenzwert gehalten werden (das Volumen VG). Um Missverständnissen vorzubeugen: Das gilt nur für die Männchen!

Da die Norddeutschen bei dem Blutwurz den Verzehr eines Teilnehmers kompensieren Continue reading

100 Meisterwerke – Blömmkvist (2016)

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Erneut reizt und provoziert uns der Künstler mit einer plastisch gewordenen Botschaft, die wieder bedrohlich und tendenziell düster daher kommt. Genau im Kreuz der goldenen Schnitte prangt ein zylindrisch geformtes Etwas, das sich bei näherem Hinsehen als ein alter Baumstumpf entpuppt.

Um diese traurige Leiche eines Baums herum ranken sich verzweigte Wurzelstränge, die unregelmäßig in alle Richtungen weisen, die sich verzweifelt in der umliegenden Erde festklammern. So, als wollten sie das letzte Leben in jener hölzernen, verblassenden Leiche halten. So fliehen sie gleichsam vom Stamm weg, um gleichzeitig mit ihren gebrochenen Linien anklagend in Richtung des sterbenden Baums zu weisen.

Die Formensprache ist eine mutige Anleihe bei den alten römischen Bildhauern, die hier selbstbewusst zitiert werden. Gleichwohl scheinen die Farben und die Stimmung eher durch Paula Modersohn-Becker geprägt zu sein, insbesondere durch ihre späten Experimente mit Tier-Exkrementen.

Der Künstler offenbart uns die Widersprüchlichkeit alles Existierenden. Er gibt dem ewigen Zyklus von Sein und Verderben eine Bühne und eine klagende Stimme. Er zeigt das uns das alte Jing und Jang, den Himmel und die Hölle, den Trump und die Clinton. Continue reading

100 Meisterwerke – Lego Warfare (2016)

lego_warfareWir sehen ein vornehmlich graues Rechteck, umrahmt von einem knallorangenem Rahmen aus schlichtem Holz. Der scharfe Kontrast schmerzt ein wenig und lässt das Auge nicht zur Ruhe kommen. Auf der homogen grauen Fläche prangt ein wild wucherndes Gebilde, dessen Linien nie den Verdacht von Parallelität aufkommen lassen. Asymmetrie als Konzept. Etwas an diesem beunruhigenden Wirrwarr kommt uns bekannt vor … diese unverwechselbaren Noppen. Sie knüpfen ein unsichtbares Band zu unserer Kindheit. Es sieht aus wie Lego. Es ist Lego!

Das undefinierbare Bauwerk im Zentrum erinnert an die filigran-kubistischen Werke der alten grönländischen Meister, die Bildnisse alter Wikingerfrauen aus groben Eisblöcken schufen. Offenbar ist der Künstler davon inspiriert worden. Aber da ist mehr. Continue reading